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Moor ist nicht gleich Moor
Moor ist nicht gleich Moor
Moor wird erst durch zwingend vorgeschriebene Untersuchungen zum
Heilmoor und zum staatlich anerkannten Heilvorkommen mit anerkannten
Heilanzeigen.
In der großen Heilvorkommenanalyse wird u. a. das Moor (auch Peloid
genannt) nach seinem
• Humifizierungsgrad
• Gehalt an organischen
und anorganischen Bestandteilen
• Gehalt an Huminsäuren
• pH-Wert
•
Wärmehaltevermögen und Quellungszahl beurteilt.
Vom Anfang der klassischen Moortherapie vor etwa 200 Jahren bis
Mitte des vorigen Jahrhunderts standen die positiven
thermophysikalischen Heilwirkungen der Dickbreibäder und
Moorpackungen im Vordergrund, unabhängig von der individuellen
Herkunft als Hochmoor oder Niedermoor. Die Begründung liegt darin,
dass die thermophysikalischen Eigenschaften von Moor gut zu
untersuchen sind und jede Moorart, die den Anforderungen des
Heilvorkommen- und Kurortegesetzes entspricht, vergleichbare
thermophysikalische Eigenschaften besitzt.
Der thermophysikalische Effekt z.B. der Moorpackungen beruht
insbesondere auf der besonders hohen Wärmehaltungskapazität und der
schlechten Wärmeleitfähigkeit. Beide Eigenschaften ermöglichen
einerseits hohe Temperaturen bei Beginn der Anwendung, gestatten
aber andererseits eine lang anhaltende Temperaturkonstanz des
Mediums. Dadurch kann eine schonende Überwärmung des Körpers und
eine bessere Durchblutung der vom Moor bedeckten Körperteile erzielt
werden.
Bei der Anwendung von sogenannten Schwebstoffbädern treten die
thermophysikalischen Effekte in den Hintergrund. Es kommen
pharmakologische Wirkungen zum Tragen. Sie beruhen auf der Fähigkeit
der im Wasser löslichen Moorbestandteile (Moorextrakt, Moorbouquet)
in Bezug auf das Durchdringungsvermögen der Haut.
Wie wissenschaftliche Untersuchungen in den 90er Jahren zeigten,
treten eklatante Unterschiede zwischen den einzelnen
Heilmoorvorkommen auf. Diese neuen Forschungsergebnisse lassen den
Schluss zu, dass die pharmakologische Wirkung von der
Zusammensetzung des pflanzlichen Materials und den geologischen
Rahmenbedingungen, unter denen das Moor entstanden ist, abhängt.
Parameter
Hochmoortorfe
Flachmoortorfe (z.B.
Neydharting)
Entstehung
Aus variationsarmen
Pflanzengesellschaften, oberhalb
des Wasserspiegels gebildet
Aus variationsreichen
Pflanzengesellschaften am
Grundwasserspiegel gebildet.