Die Entdeckung der Heilkräfte dieses Moores verdanken wir der
Tierwelt, die noch Instinkte verspürt, die uns leider schon lange
verloren gegangen sind: Man beobachtete Hirsche, die nach
Rangkämpfen ihre Wunden im Heilmoorwasser badeten, und Ziegen, sonst
heikle „Feinspitze“, die Heilmoorerde fraßen, um giftige Kräuter wie
den Schierling verdauen zu können. Auch Raben, an Giftköder geraten,
zupfen sich im Heilmoor Kräuter und überleben.
Ein besonders genauer Beobachter war der berühmte Arzt und
Naturforscher Paracelsus. In seinem „Baderbüchlein“ empfahl er
Heilerden und Heilmoore zur Behandlung verschiedener Krankheiten:
Gelbsucht und Gallenleiden, Fieberauszug, Förderung der Esslust,
schnelleres Heilen von Vernarbungen, Unfruchtbarkeit.
Für all das konnten wissenschaftliche Beweise gefunden werden,
Paracelsus hatte Recht. Heute nützt der Mensch in medizinisch
anerkannten Kuranstalten die Kraft des Heilmoores Neydharting. Wie
bereits um 1360, als Heilmoorwasser-Bäder in Neydharting erstmals
erwähnt werden. Damit ist dieses oberösterreichische Heilmoor das
älteste bekannte der Welt.
Was den Tieren der Instinkt sagt, können wir heute erklären. Und so
werden Heilmoorkuren auch in der Veterinärmedizin wieder
interessant. Vor allem zur Behandlung von bakteriellen und viralen
Infektionen des Verdauungstraktes, insbesondere bei Jungtieren. Die
erwähnten Huminstoffe haben eine schleimhautabdeckende,
adstringierende, antibakterielle und viruzide Wirkung, die sich bei
Tränke-Kuren im Körper des Tieres voll entfalten kann. Dass außerdem
das Immunsystem gestärkt wird und damit einen Schutz vor Krankheiten
indiziert, macht Heilmoor Neydharting Tränke auch zu einem idealen
Prophylaktikum.